Hitze im Klassenzimmer: Was gegen zu warme Räume hilft
In einigen sächsischen Schulen lagen die Temperaturen im Sommer zeitweise über 26 Grad. Forschende aus Freiberg messen deshalb den Kühlbedarf von Gebäuden und entwickeln eine Kältekarte für Sachsen.
26 Grad und mehr im Klassenzimmer: In einigen sächsischen Schulen war das im Sommer keine Seltenheit. Das zeigen erste Messdaten eines Forschungsprojekts der TU Bergakademie Freiberg. Gemeinsam mit dem Gastechnologischen Institut DBI aus Freiberg untersuchen die Forschenden, wie sich Kommunen, Energieversorger und private Haushalte besser auf künftige Hitzewellen vorbereiten können.
Seit 2025 messen die Forschenden Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit an über 60 Schulen, Kindergärten und Wohngebäuden in Sachsen. Dabei zeigte sich in einigen Schulen, wie stark sich Räume im Sommer aufheizen können. "Unsere Daten aus 2025 und dem ersten Halbjahr 2026 zeigen schon jetzt, dass es in einigen Schulen im Sommer über 25 Prozent der Zeit wärmer als 26 Grad in den Innenräumen war und damit eigentlich zu warm für Unterricht", sagt Ingenieur Lukas Oppelt vom Institut für Wärmetechnik und Thermodynamik der TU Bergakademie Freiberg.
Welche Kühlung passt zu welchem Gebäude?
Aus den Messdaten entwickelt das Team sogenannte Kältelastprofile. Vereinfacht gesagt zeigen sie, wie viel Kühlung ein Gebäude durchschnittlich benötigt. Ergänzt wird das Ganze durch eine Kältekarte für ganz Sachsen. Beide Werkzeuge sollen künftig helfen, den Kühlbedarf für einzelne Gebiete zu berechnen und geeignete, möglichst nachhaltige Kühltechniken zu finden.
Für die Wärmeplanung gibt es bereits sogenannte Heizlastprofile. Eine vergleichbare Grundlage für die Kühlung fehlt bislang. "Gebäudekühlung wird in den kommenden zehn Jahren immer wichtiger, aber kommunalen und privaten Bauherren fehlen bisher relevante Grundlagen und einfache Berechnungsoptionen", sagt Oppelt. Die neuen Daten sollen dabei helfen, die Kühlung bei Neubauten und Sanierungen von Anfang an einzuplanen. Außerdem berechnen die Forschenden für verschiedene Standorte, wie hoch der Kühlbedarf künftig ausfallen könnte.
Kälteatlas für Sachsen in Planung
Ein Online-Tool soll künftig zeigen, welche Technik zu welchem Kühlbedarf passen könnte. Neben der klassischen Klimaanlage kommen dafür auch eine Luft-Wärmepumpe, eine Geothermiebohrung oder ein lokaler Brunnen infrage. Der dazugehörige Kälteatlas für Sachsen soll voraussichtlich ab Ende 2027 verfügbar sein. Dann können neben Kommunen und Energieversorgern auch private Hauseigentümer auf die Projektergebnisse zugreifen und sie für die Planung ihrer Kühlung nutzen.
Besonders betroffen sind nach den bisherigen Ergebnissen Schulen, Kindertagesstätten und Pflegeeinrichtungen in Großstädten, vor allem in den Innenstädten. Doch auch in kleineren Städten und auf dem Land gibt es Gebiete mit besonders hohem Kühlbedarf. Als Beispiele nennen die Forschenden Lommatzsch und Bautzen.