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Natur & Universum

Lausitz macht sich stark für das Einstein Telescope

Alle 57 Städte und Gemeinden im Landkreis Bautzen unterstützen die Lausitzer Bewerbung für das Einstein Telescope. Noch ist offen, wo das europäische Observatorium für Gravitationswellen gebaut wird.

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Visionsbild des geplanten Einstein Telescope in der Lausitz
So könnte das Einstein Telescope in der Lausitz einmal aussehen. Das geplante Observatorium soll Gravitationswellen messen. © Visualisierung: Science Communication Lab für TU Dresden

Jahrzehntelang prägte die Kohle die Lausitz. Nun könnte die Region ein Ort werden, an dem Forschende ins Weltall lauschen. Die Lausitz bewirbt sich als Standort für das Einstein Telescope, ein geplantes europäisches Observatorium für Gravitationswellen. Nun unterstützen alle 57 Städte und Gemeinden des Landkreises Bautzen die Bewerbung. Der Landkreis wäre ein zentraler Standort, falls die Lausitz zum Zuge kommt.

Ein Ohr für das Zittern des Alls

Das Einstein Telescope ist kein Fernrohr mit Linsen. Es soll Gravitationswellen messen. Diese Wellen entstehen etwa, wenn zwei Schwarze Löcher miteinander verschmelzen. Sie dehnen und stauchen den Raum um winzigste Beträge. Dafür braucht es extrem empfindliche Geräte, die schon kleinste Erschütterungen stören. Deshalb braucht die Anlage einen möglichst ruhigen Ort.

Das Lausitzer Projektteam sieht darin eine Stärke der Region. Prof. Andreas Rietbrock, der das Projekt gemeinsam mit Prof. Christian Stegmann wissenschaftlich leitet, verweist auf stabile geologische Bedingungen und geringe seismische Störungen. Zudem verfüge die Region über große technische Kompetenz.

Rückenwind aus 57 Rathäusern

Der Landkreis und der Kreisverband Bautzen des Sächsischen Städte- und Gemeindetages übergaben die Unterstützungsschreiben am 23. September in Königsbrück. Sie gingen an das Projektteam "Einstein Telescope Lausitz" der Technischen Universität Dresden. "Dass alle 57 Städte und Gemeinden des Landkreises Bautzen die Bewerbung unterstützen, ist ein starkes Signal", sagt Heiko Driesnack, Bürgermeister von Königsbrück und Vorsitzender des Kreisverbandes.

Auch Landrat Udo Witschas verbindet das Projekt mit dem Strukturwandel in der Lausitz. "Das Einstein Telescope wäre dafür ein entscheidender Impuls – für Wissenschaft, Wirtschaft und die Menschen in unserer Region."


Vertreter des Landkreises Bautzen und der Kommunen überreichen 57 Unterstützungsschreiben an das Projektteam „Einstein Telescope Lausitz“. © Ben Gierig

Wo das Einstein Telescope gebaut wird, ist noch offen. Die Lausitz gehört neben Sardinien und der Euregio Maas-Rhein zu den drei Kandidatenregionen. Sardinien und die Lausitz wollen gemeinsam eine Variante mit zwei Messanlagen verwirklichen. Eine davon würde in Sachsen entstehen, die andere auf Sardinien. Jede Anlage besteht aus zwei langen unterirdischen Tunneln, die im rechten Winkel zueinander verlaufen und so ein L bilden. In den Tunneln sollen Laserstrahlen winzige Veränderungen messen, die vorbeiziehende Gravitationswellen verursachen.

Die Standortentscheidung wird nach aktuellem Zeitplan 2027 erwartet. Bis dahin werden unter anderem die geologischen Bedingungen und die technische Machbarkeit der möglichen Standorte untersucht.