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Berggorilla erholt sich dank jahrelangem Artenschutz

Mehr als 1.000 Berggorillas leben heute wieder in Zentral- und Ostafrika. Eine neue Bewertung unter Leitung einer Görlitzer Forscherin zeigt, was Schutzmaßnahme bewirken. Allerdings ist ein anderer Gorilla bedroht.

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Berggorilla in seinem natürlichen Lebensraum
Der Bestand der Berggorillas ist in den vergangenen Jahrzehnten gewachsen. Heute leben wieder mehr als 1.000 Tiere im Virunga-Massiv und im Bwindi Impenetrable National Park. © Dian Fossey Gorilla Fund

Mehr als 1.000 Berggorillas leben heute wieder in Zentral- und Ostafrika. In den 1980er-Jahren waren es weniger als 620. Beim Östlichen Flachlandgorilla sieht es ganz anders aus. Sein Bestand ist in rund 20 Jahren um etwa 60 Prozent eingebrochen. Wie viel Artenschutz bei beiden Unterarten bewirkt hat, zeigt jetzt eine neue Bewertung der Weltnaturschutzunion IUCN. Geleitet wurde sie von Jessi Junker vom Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz.

Die IUCN hat für den Östlichen Gorilla erstmals einen sogenannten "Green Status" erstellt. Anders als die Rote Liste, die das Aussterberisiko erfasst, geht es dabei um die Erholung einer Art. Entscheidend ist nicht nur, wie viele Tiere es gibt. Die Populationen sollen auch in ihren natürlichen Lebensräumen vorkommen und dort ihre ökologische Rolle erfüllen können.

Zwei Unterarten, zwei Entwicklungen

Der Östliche Flachlandgorilla lebt im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Sein Bestand ist in rund 20 Jahren um etwa 60 Prozent zurückgegangen. Heute gibt es noch weniger als 7.000 Tiere. Lebensraumverlust, Bergbau, Landwirtschaft und bewaffnete Konflikte setzen ihnen zu. Beim "Green Status" erreicht die Unterart einen Erholungswert von 15 Prozent und gilt damit als "kritisch dezimiert".


Die Bestände des Östlichen Flachlandgorillas dagegen sind in den letzten zwei Jahrzehnten erheblich zurückgegangen. © GRACE

Ganz ohne Wirkung ist der Artenschutz trotzdem nicht geblieben. In einigen Gebieten der Demokratischen Republik Kongo sind die Bestände in den vergangenen zwei Jahrzehnten relativ stabil geblieben. Dazu gehört das von einer Gemeinde verwaltete Oku Community Reserve.

Beim Berggorilla sind die Zahlen besser. In den 1980er-Jahren war sein Bestand auf weniger als 620 Tiere geschrumpft. Heute leben mehr als 1.000 im Virunga-Massiv und im Bwindi Impenetrable National Park. "Im Fall der Berggorillas hat langfristiger, intensiver Artenschutz sogar ein messbares Populationswachstum ermöglicht“, sagt Jessi Junker. Der Erholungswert liegt bei 25 Prozent. Vollständig erholt ist damit aber auch der Berggorilla noch lange nicht.

Was passiert, wenn der Schutz nachlässt?

Mehr als 60 Fachleute waren an der Bewertung beteiligt, die Mehrzahl aus der Demokratischen Republik Kongo, Ruanda und Uganda. Auf Grundlage der Daten berechneten sie verschiedene Szenarien. Etwa, wie sich die Bestände ohne die bisherigen Schutzmaßnahmen entwickelt hätten und was passieren könnte, wenn der Schutz nachlässt.

Beim Östlichen Flachlandgorilla ist die Prognose klar. Werden die Schutzmaßnahmen reduziert oder eingestellt, dürften die Bestände schnell weiter zurückgehen. Eine schnelle Erholung ist ohnehin kaum möglich, weil sich die Tiere nur langsam vermehren. Langfristig könnte der Bestand aber wieder wachsen – wenn der Schutz verstärkt und dauerhaft fortgesetzt wird.

Auch der Erfolg beim Berggorilla ist nicht gesichert. Sein Bestand kann sich nur weiter erholen, wenn die Schutzmaßnahmen bleiben. „Der 'Green Status' macht sichtbar, dass angewandter Naturschutz wirkt“, sagt Junker.


Originalpublikation:
Junker, J., Bikaba, D., Eckardt, W., Fawcett, K., Pintea, L., Plumptre, A.J., Robbins, M.M., Scholfield, K., Stoinski, T.S. & Williamson, E.A. 2026. Gorilla beringei (Green Status assessment). The IUCN Red List of Threatened Species 2026.