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Zwickauer Straßenbahnen zählen den Verkehr

Kameras in Zwickauer Straßenbahnen erfassen Autos, Lastwagen und Fahrräder. Forschende haben getestet, wie sich diese Daten für die Verkehrsplanung nutzen lassen. Künftig könnten auch Busse mitmachen.

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Kamera im Führerhaus einer Zwickauer Straßenbahn zur Erfassung des Verkehrs
Kameras in Zwickauer Straßenbahnen zeichneten den Verkehr während der Fahrt auf. Eine Software wertete die Aufnahmen anschließend automatisch aus. © T. Höppner/WHZ

Straßenbahnen transportieren jeden Tag Menschen durch Zwickau. Für ein Forschungsprojekt waren einige von ihnen zusätzlich mit Kameras unterwegs. Sie zeichneten den Verkehr auf. Eine Software erkannte anschließend Autos, Lastwagen und Fahrräder. Die Daten könnten künftig bei der Verkehrsplanung helfen.

Die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) hat zusammen mit den Städtischen Verkehrsbetrieben Zwickau (SVZ) das Projekt "EffiDat" abgeschlossen. Der volle Name lautet "Effiziente Verkehrsdatenerfassung: Fusion stationärer und mobiler Messstrategien". Nun stellten die Partner die Ergebnisse vor.

Straßenbahnen sammeln Verkehrsdaten

Für das Projekt bauten die Forschenden Kameras in Straßenbahnen ein. Weitere Kameras standen fest an ausgewählten Stellen im Zwickauer Stadtteil Marienthal. Die Stadt Zwickau unterstützte unter anderem beim Einbau der Technik.

Im April 2025 zeichneten die Kameras zwei Wochen lang den Verkehr auf. Die Aufnahmen aus den fahrenden Straßenbahnen mussten anschließend mit denen der festen Kameras zusammengeführt werden. Eine eigens entwickelte Software wertete die Videos automatisch aus. Sie erkennt Autos, Lastwagen und Fahrräder, ordnet ihnen einen Standort zu und überführt die Informationen in ein digitales Modell.

Zwei Wochen lang getestet

Entstanden ist damit eine Methode, mit der Straßenbahnen während ihrer Fahrten Daten über den Verkehr sammeln können. Die Forschenden haben sie im realen Straßenbahnbetrieb erprobt. Die Daten könnten bestehende Verkehrsmodelle ergänzen und regelmäßig mit neuen Informationen versorgen.

Interessant ist das nicht nur für die Verkehrsplanung und -steuerung, sondern auch für Smart-City-Anwendungen. Dabei nutzen Städte digitale Daten, um ihre Abläufe besser zu organisieren. In weiteren Projekten wollen die Forschenden die Methode auf das gesamte Zwickauer Stadtgebiet ausweiten und auch Busse einbeziehen.

Das Bundesministerium für Verkehr finanzierte „EffiDat“ über das Förderprogramm mFUND. Das Projekt war als Machbarkeitsstudie angelegt. Es sollte klären, welchen zusätzlichen Nutzen Verkehrsdaten aus fahrenden Straßenbahnen bringen und wie sich solche Daten erfassen lassen.