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Energie & Mobilität

Wie alte Rotorblätter zu neuen Bauteilen werden sollen

In den 2030er-Jahren könnten jährlich bis zu 50.000 Tonnen alte Rotorblätter anfallen. Forschende in Leipzig entwickeln ein Verfahren, um Glasfasern daraus zurückzugewinnen und für neue Kunststoffteile zu nutzen.

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Windkraftanlage mit drei Rotorblättern
Rotorblätter von Windkraftanlagen bestehen zu einem großen Teil aus Kunststoff, der mit Glasfasern verstärkt ist. Das macht ihr Recycling schwierig. © René Bittner/pixabay

Windräder können 20 bis 30 Jahre Strom liefern. Danach müssen viele Anlagen zurückgebaut werden. Stahl und Beton lassen sich vergleichsweise gut recyceln. Bei den Rotorblättern ist das schwieriger. Sie bestehen zu einem großen Teil aus Kunststoff, der mit Glasfasern verstärkt ist. Das macht die riesigen Flügel leicht und stabil. Doch Glasfasern und Kunststoff lassen sich nur schwer wieder voneinander trennen.

Das Problem wird größer. Für die 2030er-Jahre rechnet das Umweltbundesamt mit bis zu 50.000 Tonnen ausgedientem Rotorblattmaterial pro Jahr. Bislang wird ein Teil des Materials beispielsweise in Zementwerken verwertet. Dabei liefert der Kunststoff Energie für den Prozess, während die Glasfasern in den Zement gelangen. Forschende in Leipzig suchen nun nach einem Weg, mehr von den enthaltenen Materialien wieder für neue Produkte zu verwenden.

Drei Partner arbeiten am Recycling

Das neue Forschungsprojekt heißt Blade2Poly. Die Projektpartner wollen Glasfasern aus alten Rotorblättern zurückgewinnen und gemeinsam mit recyceltem Kunststoff zu einem neuen Material verarbeiten. Dafür entwickeln sie ein Recyclingverfahren, das möglichst wenig Energie verbrauchen soll.

An Blade2Poly arbeiten die HTWK Leipzig, die KomRec-ReCond GmbH und die Schmaus Kunststoffaufbereitung zusammen. Sie untersuchen den gesamten Weg vom alten Rotorblatt bis zum neuen Kunststoffmaterial. Zunächst prüfen die Forschenden, woraus die unterschiedlichen Rotorblätter bestehen. Anschließend bereiten sie das Material für das Recycling auf. Dabei untersuchen sie auch, wie sich die unterschiedlichen Materialien im Recyclingprozess am besten weiterverarbeiten lassen.

Neue Bauteile aus alten Rotorblättern

Das neue Material soll sich für den Spritzguss eignen. Dabei wird erwärmter Kunststoff in eine Form gespritzt. Nach dem Abkühlen entsteht daraus ein festes Bauteil. Ob sich das recycelte Material dafür wie geplant nutzen lässt, müssen die Forschenden im Projekt untersuchen.

Blade2Poly läuft von Juni 2026 bis Januar 2029. Das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) fördert das Projekt. Bis dahin wollen die Partner ein Verfahren entwickeln, mit dem sich mehr Material aus alten Rotorblättern wieder für neue Produkte nutzen lässt.